Lern- und Arbeitsprozessreflexion

In einem früheren Beitrag habe ich zusammengefasst, welche Aspekte bei Lehr- und Lernprozessen reflektiert werden können. Es ist ja schön und gut, wenn man weiß, was man reflektieren kann, um den Lernprozess zu betrachten. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass man das auch praktisch nutzen kann. Damit es nicht in der Theorie versinkt, möchte ich mich in diesem Beitrag der Lern- und Arbeitsprozessreflexion widmen.

Das Problem

Obwohl es ein wichtiger und prägender Aspekt des Lernens ist, ist aus meiner Erfahrung heraus die Reflexion des Lernprozesses weder an der Schule noch an der Universität Bestandteil des Lernens. Natürlich sollten wir mal in der Schule das Lernen lernen. Über eine grobe Bestimmung des Lerntyps ist das allerdings nicht gegangen. Wie man sich eine entsprechende Lernumgebung gestaltet, wurde nicht wirklich angesprochen. Das ist auch verständlich, da das hoch individuell ist.

Lerntypbestimmung: Ich möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass Lernen multimodal erfolgen muss. Jede Festlegung auf einen bestimmten Lerntyp (visuell, auditiv, etc.) bedeutet die Einschränkung der Möglichkeiten, die jede/r Lerner zur Verfügung hat. Wir lernen immer mit allen Sinnen.

Der Fragebogen zur Lernprozessreflexion

Möchte man nun als Lehrperson den Lernprozess der Lerner reflektieren, um mögliche Aspekte aufzudecken, die die Lerner beim nächsten Mal bedenken sollten, kann man nach einer Prüfung oder einem Teilergebnis den individuellen Prozess betrachten. Dafür habe ich in Anlehnung an einen Fragebogen aus einem Paper (vgl. weitere Links unten) folgenden Fragebogen aufgebaut. Unten in den Links ist ebenfalls ein Word-Dokument mit dem entsprechenden Fragebogen zu finden. Selbstverständlich sollte der Fragebogen für den Schulkontext oder eigene Lerngruppen entsprechend angepasst werden.

  1. Was war das wichtigste Ziel, was Sie verfolgen wollten?
    • Ich hatte kein Ziel
    • Mein Ziel war: ___________________________________________________
  2. Zur Vorbereitung auf die schriftliche Ausarbeitung habe ich | keine | einige | alle | Texte gelesen.
  3. Wie sind sie an Ihren Text herangegangen. Kreuzen Sie an:
    • Ich habe sofort mit der Aufgabe begonnen und kontinuierlich an ihr weitergearbeitet, bis sie fertig war.
    • Ich habe kurz vor der Abgabe mit der Ausarbeitung begonnen.
    • Ich habe weder zu kurzfristig noch sofort mit der Aufgabe angefangen.
    • Eine andere Strategie: ____________________________________________
  4. Die Aufgabe habe ich meistens an diesem Ort durchgeführt: ___________________
  5. Ich habe meine Ausarbeitung | gewissenhaft | irgendwie | überhaupt nicht | vor der Abgabe durchgelesen.
  6. Ich habe das Feedback der Kommilitonen für meine Ausarbeitung | intensiv | wenig | gar nicht |
  7. Ich hatte Fragen, die ich außerhalb des Seminars klären musste:
    1. Ja: Ich habe anschließend nach Antworten gesucht: Ja | Nein
    2. Ja: Bei | der Lehrperson | Kommilitonen | anderen: _____________ |.
  8. Ich habe mir das Feedback der Seminarleitung zu einer früheren Arbeit | intensiv | wenig | gar nicht | angeschaut.
  9. Ich glaube, dass ich ___________ (Note/Punkte/Sonstiges) bekomme.

Der Effekt

Durch die Beantwortung der Fragen kann man dem Lerner aufzeigen, dass die Lernumgebung, die sie sich selbst schaffen, auch Einfluss auf das Ergebnis hat. Wenn ich meine Hausaufgaben immer nur auf dem Bett mache oder eine Hausarbeit nur im letzten Moment schreibe, führt das natürlich nicht zu den besten Ergebnissen. Das ist sicher nichts Neues. Das Interessante daran ist jedoch, dass man sich dessen bewusstwird und beim nächsten Mal überlegen wird, wie man seine individuelle Lernumgebung gestaltet.

Weitere Links

Email this to someoneShare on Facebook0Tweet about this on Twitter0Share on VK

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.