Auslandssemester in St. Petersburg

Herzlich Willkommen und добро пожаловать auf meinem Blog zum Thema „St. Petersburg“.

Die Berichte in diesem Bereich drehen sich rund um Erlebnisse während meines Auslandssemesters vom August 2015 bis zum Januar 2016 in St. Petersburg.

Warum Russland?

Auf den ersten Blick gibt es wohl nicht sehr viele Gründe für ein Semester oder gar für ein Jahr für das Studium nach Russland zu gehen. Neben sprachlichen, kulturellen und allgemein russischen Besonderheiten, macht einem im Winter sicher auch das Wetter zu schaffen. Zunächst sind es nicht das beste Ziel und nicht der beste Zeitpunkt für ein Auslandssemester.

Spanien, Australien oder die USA das sind häufig angesteuerte Ziele deutscher Studenten. Zugegeben, auch für mich scheinen diese Ziele im ersten Moment viel attraktiver zu sein. Das Wetter ist gut, die Menschen sind nett und man baut eine gefragte Sprache aus. Ein komplett gegenläufiges Bild haben die Menschen in Deutschland wohl von Russland. Es ist kalt, die Menschen sind nicht gerade für ihre gute Laune bekannt und dieses riesige Schwellenland, mit Ambitionen zur Industrienation, kann man in seiner Stellung irgendwie nicht eindeutig kategorisieren. Zudem kommt auch noch eine ungewöhnliche, politische Situation hinzu, die die deutsch-russische Beziehung etwas anspannt. Stereotypen und Vorurteile, wie aus dem Bilderbuch, denen man leicht verfällt. Doch was ist davon wahr? Was nur medial konstruiert? Am besten findet man es wohl selbst vor Ort heraus. Warum also das Abenteuer nicht wagen? Russland: Nicht das „beste“, allerdings ein ungewöhnliches und herausforderndes Ziel. Trotz dieser ambivalenten Gedanken zum Land, war die Antwort auf die Frage „Warum?“ für mich früh klar.

Russlanddeutsch. Hin, zurück und wieder hin.

Als Russlanddeutscher, der den Hauptteil seines Lebens in Deutschland verbracht hat, war es für mich umso wichtiger das Land zu entdecken, von dem ich glaubte, dass ich seine Menschen und seine Kultur gut kannte. Obwohl es über 4 Millionen Russlanddeutsche in Deutschland gibt, existieren nur wenige und unauffällige Vereinigungen, die sich der Sprache und Kultur, außerhalb der slawistischen Fakultäten, widmen. Für viele gilt es so schnell wie möglich deutsch zu werden und möglichst wenige Stereotypen zu bedienen, die in Deutschland über Russen kursieren.

In den letzten Jahren hat sich mein Wunsch, das Phantom „Russland“ intensiver kennenzulernen, gefestigt. Bis zu meiner Abreise im August bestand das vage Bild meines Geburtslandes nur aus abschreckenden Nachrichtenmeldungen des deutschen Fernsehens, meiner Familienkultur, den verschwommenen Kindheitserinnerungen und natürlich der Sprache, die sich bei mir gut erhalten hat und für ein Leben in Russland nicht ganz unwichtig ist. Ich habe es mir also zur Aufgabe gemacht mein Geburtsland, was ich mit meiner Familie mit 6 Jahren verlassen habe, neu zu entdecken.

Ich wünsche viel Spaß beim Mitentdecken!

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